Medikationsplan schafft Überblick

Ältere Menschen und chronisch Kranke nehmen häufig dauerhaft mehrere Medikamente und da ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Das gilt für Patientinnen und Patienten ebenso wie für Arztpraxen und Apotheken.

Wer drei oder mehr Medikamente verordnet bekommt, hat seit 2016 einen Anspruch auf einen Medikationsplan. Er soll helfen, unerwünschten und gefährlichen Wechselwirkungen von Arzneimitteln vorzubeugen und Einnahmefehler zu vermeiden. In der Praxis ist der Medikationsplan bislang wenig bekannt.

Am Welttag der Patientensicherheit startet die BAGSO deshalb die Initiative „Medikationsplan schafft Übersicht“. Patientinnen und Patienten werden über ihren Anspruch auf einen Medikationsplan aufgeklärt und ermutigt, bei ihren Ärzten nachzufragen. Sie erhalten zudem Hinweise für den sinnvollen Umgang mit dem Medikationsplan. Die Sklerodermie Selbsthilfe hat bei der Kampagne mitgewirkt und wird im nächsten SkleroMagazin einen Bericht drüber bringen. Zudem werden Blankoformulare bei der nächsten Delegiertenversammlung verteilt.
Die Schirmherrschaft der Initiative „Medikationsplan schafft Überblick“ hat die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, übernommen.

„Wer mal in der Notaufnahme landete und nach seinen aktuellen Medikamenten gefragt wurde, weiß nur zu gut aus eigener Erfahrung: man ist so nervös oder fühlt sich so elend, dass man die Medikamente, schon gar nicht ihre Stärke oder Einheiten auswendig aufsagen kann. Deshalb schon alleine, sollte jeder einen Medikationsplan bei sich haben oder für Angehörige sichtbar zu Hause aufbewahren.“

Die Initiative wird von zahlreichen Patientenorganisationen und anderen Partnern unterstützt und von mehreren Unternehmen finanziell gefördert. Ein Muster-Medikationsplan und weitere Informationen sind auf www.medikationsplan-schafft-ueberblick.de zu finden.